Bye-bye, Erin! ¡Bienvenido, Ane!

Bye-bye, Erin! ¡Bienvenido, Ane!

Liebe Fremdsprachenfans,

wir freuen uns, dass wir auch in diesem Schuljahr wieder eine Fremdsprachenassistentin bei uns am Ratse willkommen heißen dürfen. Von Ende September 2017 bis Mai 2018 wird Ane die Fachgruppe Spanisch im Unterricht und bei weiteren Aktivitäten unterstützen. Ane,¡te esperamos!

Anbei findet ihr den Erfahrungsbericht von Erin, unserer Fremdsprachenassistentin für das Fach Englisch vom letzten Schuljahr. Viel Freude mit ihren Eindrücken!

Von Brisbane nach Peine – Ein Erfahrungsbericht

Ich heiße Erin, komme aus Australien und habe achteinhalb Monate am Ratsgymnasium als Fremdsprachenassistentin für Englisch verbracht.

Obwohl ich Deutschland schon einmal vor meiner Ankunft besucht hatte, gab es anfangs trotzdem einiges, woran es sich zu gewöhnen galt. Außer vorhersehbaren Erscheinungen wie dem Rechtsfahrgebot und einem zu Silvester großzügigeren Sprengstoffgesetz machte sich der Lauf der Zeit auf für mich ungewohnte Weise bemerkbar – so pflegt Glockengeläut in sonst keinem Ort, wo ich gewohnt habe, im 15-Minuten-Takt zu ertönen, und überall fanden sich Fenster einer mir unbekannten Bauweise. Etwas verblüffend war bei nahendem Winter auch, mit welchem Eifer diese Fenster von gewissen Schülergruppen weit über Lüftungsbedarf hinaus aufgerissen wurden. Mit der Zeit und durch entsprechende Vorbereitung gelang es mir jedoch, auch mit derart ernsten Unterschieden klarzukommen.

Die Kälte schien mir dabei manchmal zu bitter, als dass sie sich hätte akzeptieren lassen. So niedrige Temperaturen hatte ich noch nie erlebt, und es wurde bald klar, dass hier (nach)lässige Sockenauswahl oder eine nach falscher Lageeinschätzung zu Hause gelassene Jacke nicht ohne Folgen bleiben würde. Der Mut konnte dank regelmäßigen Vergleichs der Wettervorhersagen für Peine mit den für willkürlich ausgewählte Orte in Siberien und Queensland nicht ganz verloren gehen, aber so eine empfehlenswerte Aufheiterungsmethode ist beim verhältnismäßig schön gewordenen Frühling erfreulicherweise nicht mehr nötig.

Während meines Aufenthalts bin ich nicht weit gereist, ich konnte mir jedoch sowohl die größte als auch die drittgrößte Stadt Deutschlands während der Herbst- bzw. Osterferien anschauen. In Berlin beobachtete ich, als aus einigen Werken eines österreichischen Schriftstellers vorgelesen wurde – die Lesung war nicht entsetzlich – und in München besuchte ich einige Museen und den Englischen „Garten“, einen beeindruckend großen Park, von dem ich ein leider nicht schönes, aber hoffentlich noch illustratives Foto vorlege.

Es könnte erwähnenswert sein, wie ich dazu kam, am Ratsgymnasium eingesetzt zu werden, und worin dieser Einsatz bestand. Das Fremdsprachenassistenzprogramm wird vom Pädagogischen Austauschdienst durchgeführt und ermöglicht ausländischen Studierenden fast jeder in Deutschland unterrichteten Fremdsprache, eine deutsche Schule bei der Vermittlung dieser Sprache zu unterstützen. Die entsprechende Stellenbeschreibung ist offen formuliert, so dass den Assistenten und den Schulen, denen sie zugewiesen werden, viel Spielraum beim Bestimmen der zu unternehmenden Aufgaben gewährt wird. In meinem Fall umfasste der Aufgabenbereich unter anderem die Beantwortung von Fragen und das Vorlesen von Texten während des Unterrichts, Konversation (‘speaking practice’) mit Paaren oder Gruppen, Feedbackvergabe nach Präsentationen und das Darstellen der eigenen Weihnachtsbräuchen in Australien und des dortigen Schulsystems, Soufflieren bei Theaterproben und das spontane Suchen nach treffenden englischen Übersetzungen deutscher Begriffe, wenn sich die Gelegenheit dazu bot.

Obwohl ich mich dementsprechend viel mit der richtigen Verwendung der englischen Sprache beschäftigte, stellte der Umgang mit der deutschen noch einen bedeutsamen Aspekt des Aufenthalts dar. Manchmal wurde das Ausmaß meiner sprachlichen Unfähigkeit besorgniserregend klar, doch die längere Zeit in der deutschsprachigen Umgebung hat dazu geführt, wenn auch ohne feststellbare Akzentverbesserungen zu bewirken, dass ich heute die Herausforderungen des Sprechens besser gewohnt bin als am Anfang. Ausschlaggebend in diesem Zusammenhang waren die vielen Leute an der Schule, die kennenzulernen ich das Glück hatte; ich freue mich, ihnen für ihr Entgegenkommen danken zu können.

Viele Grüße

Erin

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